Geschichten


Treffer 1 bis 5 von 5     » Übersicht mit Vorschaubildern

   

 #   Vorschaubild   Beschreibung   Verknüpft mit 
1

Hugenotten
Nach dem Edikt von Fontainebleau 1685 verließen etwa 150.000 Hugenotten ihr Heimatland Frankreich um sich der Verfolgung zu entziehen. Viele der Verfolgten fanden Zuflucht in Hessen.
Im Stammbaum der Familie Eberhard finden sich zahlreiche dieser Réfugiés.
• André Morin (Maurin, Mory) aus Vesc, Dieulefit, Dauphine
• Jean Reymond (Raymond, Reimont) aus dem Vivarais
• Jean Marseille aus Nyons, Drôme, Rhône-Alpe
• Jeanne Gaillard aus Les Angelas-en-Valbonnais
• David Brun aus Tréminis-en-Trièves - Dauphine
 
 
2
Der Kriegsgefangene Leutnant Fritz Eberhard trifft in Australien einen Australier, den er zuvor selbst gefangen nahm.
Der Kriegsgefangene Leutnant Fritz Eberhard trifft in Australien einen Australier, den er zuvor selbst gefangen nahm.
Der Kriegsgefangene Leutnant Fritz Eberhard trifft in Australien einen Australier, den er zuvor selbst gefangen nahm. 
 
3
Der Untergang der Brigg Marie Behn 1824
Der Untergang der Brigg Marie Behn 1824
Chronik Hamburger See-Assecuranz-Geschäftes im Jahr 1824, Hamburg 1825.

Bericht eines Geretteten über die Scheiterung des Schiffes MARIA Capt. C. Behn von London nach Hamburg bestimmt verunglückt bei Neuwerk. Er lautet fast wörtlich wie folgt:

Er heisse Hermann Harmsen sey 20 Jahre alt aus dem Hannöverschen gebürtig. Um in London Anstellung in einer Zuckerfabrik zu erhalten ging er im August d. J. von Hamburg aus hinüber, fand aber seine Erwartungen getäuscht und sehnte sich deshalb nach seinem Vaterlande wieder zurück. Capt. Behn vom Hamburger Schiffe Maria hatte die Güte ihn kostenfrei nach Hamburg wieder mit zurück zu nehmen.

Am 30. October segelten sie mit einer reichen Ladung von London ab Am Bord waren ausser der neun Mann starken Equipage sechs Passagiere, nämlich drei Herren und drei Frauenzimmer zwei, etwas bejahrt, eine aber sey noch sehr jung gewesen habe schwarzes Haar gehabt von schlankem grossem Wuchs und von schönem Angesicht. In der Nacht vom 2. auf den 3. November wären sie in der Nähe von Helgoland von dem Orkan erreicht worden und in der Hoffnung einen Lootsen zu erhalten, hätten sie sich der Elbe genähert.

Früh am Morgen des 3. Novembers hätte der Capitain während die Wellen in furchtbarer Höhe umher getobt befohlen das Anker fallen zu lassen, zum Entsetzen Aller wäre aber der Befehl nicht ausgeführt worden, denn eine gewaltige Woge habe den Steuermann zwei Matrosen und einen der Passagiere über Bord geworfen und in den Abgrund des Meeres begraben.

Der hinterste und vorderste Mast gingen zugleich mit verloren wie auch die Anker und Tauen. Das Schiff gerieth durch diesen Unglücksfall in eine verzweiflungsvolle Lage es bewegte sich heftig und fing bald darauf an Grund zu fassen und zu stossen. Jedoch wäre die Ebbe eingetreten und die Meeresfluthen hätten sich von dem Sande worauf das Schiff gerathen, entfernt.

Obschon sie nun Neuwerk im Gesichte gehabt, so wäre doch an keine Möglichkeit zur persönlichen Rettung zu denken gewesen. Sie hätten daher in der bangsten Erwartung eines höchst traurigen Endes die Fluth gegen Abend nach verlaufenen sechs Stunden wieder eintreten sehen müssen welches denn auch auf eine unbeschreiblich furchtbare Weise geschehen sey.

Eine ungeheure Woge habe nun bei dieser Annäherung der Fluth den Capitain [Carl Behn], dessen Bruder [August Wilhelm Behn], einen Passagier, die jüngere Dame, einen Matrosen wie auch eine der älteren Frauen weggerissen, letztere wie sie eben im Begriff gewesen den Mast zu erklettern. Die Kajüte war voll Wasser. Bald darauf ward auch die andere bejahrte Frau über Bord gespült und der nachmalig Gerettete habe sich in der Todesangst worin er sich befunden, seinen Arm durch einen eisernen Ring des Kajüts Decks gezogen und sey dadurch gerettet worden. Denn so wie das Schiff zertrümmert, sey das Wrack worauf er sich befunden weggetrieben und habe ihn in dieser Lage ohne Nahrung und jeden Augenblick in höchster Gefahr von den Wellen verschlungen zu werden, bald in, bald aus der Elbe durch Fluth und Ebbe 36 Stunden bis den andern Mittag hin und her geworfen wo ihn dann eine Chaloupe, von Neuwerkern und Helgoländern bemannt, gerettet habe.

So erschöpft und fast ganz ertödtet er sich gefühlt, wäre doch seine Freude über die sich nähernde Hoffnung zur Rettung seines Lebens unbeschreiblich gewesen.

Dieses Schiff hatte leider, um desto mehr laden zu können, sein grosses Boot in Hamburg zurück gelassen. Es ist nicht mit Gewissheit zu bestimmen, ob das Leben der sich am Bord Befindenden dadurch hätte gerettet werden können. Wenn das aber auch für diesmal nicht der Fall gewesen wäre so scheint es doch einer besonderen Erwägung werth, ob es nicht überall zum Gesetz gemacht werden sollte, dass kein Schiff ohne jenes letzte Rettungsmittel absegeln dürfe und dass es nicht der Willkühr eines Schiffers frei stehen müsse, das Leben seines Volkes wie seiner Passagiere mehr als die Ereignisse es gebieten, zu exponiren.



P. D. W. Tonnies: Chronik Hamburger See-Assecuranz-Geschäftes im Jahr 1824, Hamburg 1825, S. 39 - 42 
 
4
Maler und Missionsarzt
Maler und Missionsarzt
Maler und Missionsarzt
Mit leichter Hand gefertigt scheinen die Bilder, die der junge Gustav Eberhard um 1855 von der Breunaer Kirche fertigte. Doch ein anderer, schwerwiegender Gedanke beschäftigt den jungen Mann: soll er seinen Beruf als Kaufmann in einer Kasseler Drogeriehandlung (wahrscheinlich Rosenzweig & Baumann) aufgeben und sich der Hermannsburger Mission des charismatischen Ludwig Harms anschließen? Viele begeistern sich für dessen Erweckungsbewegung, Tausende besuchen seine Missionsfeste.
Gustav trifft eine Entscheidung, die sein Leben einschneidend verändert: in der Arbeit für die Mission will er sein Lebensziel finden. Im November 1857 berichtet Ludwig Harms im `“Missionsboten“ darüber, dass sich Gustav Eberhard auf den Beruf des Arztes und Apothekers für die Mission in Afrika vorbereitet.
21 Jahre alt ist Gustav zu dieser Zeit. Geboren wurde er in 1836 in Borstel, sein Vater ist dort Lehrer. 1846 wird sein Vater nach Breuna versetzt, er übernimmt dort die Lehrerstelle seines Schwiegervaters. Gustav besucht eine Lateinschule in Volkmarsen und erhält weiteren Unterricht in Breuna. Mit fünfzehn beginnt er seine Lehre in der Kasseler Drogerie.
Nach der Entscheidung für die Missionsarbeit wird Gustav zwei Jahre in der Hermannsburger Apotheke eingesetzt und erhält zusätzlichen Sprachunterricht. 1859 beginnt er das Medizinstudium in Göttingen. Doch bereits 1861 muss er, schwer an der Lunge erkrankt, sein Studium abbrechen. Eventuell um 1868, spätestens 1873, in dem Jahr, in dem sein Vater in Breuna stirbt, geht Gustav nach Südafrika . Dort ist er einige Jahre als Arzt und Apotheker tätig. (Anweisungen des Ministeriums zur Promotionszulassung legen nahe, dass Gustav Eberhard sich nach dem Studienabbruch in Göttingen offensichtlich in anderer Form auf den Arztberuf vorbereitet hat). Im Herbst 1876 nimmt Gustav sein Promotionsstudium in Göttingen auf und wird im August 1878 zum Doktor der Medizin promoviert. Die Promotionsurkunde nennt ausdrücklich Neu Hannover in Südafrika als Heimatort (GUSTAVUM EBERHARD HASSUM NOVAE HANNOVERAE AFRICAE AUSRALIS INCOLAM) Im April 1879 heiratet der Dr. med. Gustav Eberhard in London-Hackney. Seine Frau, Marie Behn, kommt aus einer wohlhabenden, christlich orientierten Hamburger Familie, die für ihre finanzielle und organisatorische Unterstützung der Missionsarbeit bekannt ist. Unmittelbar nach der Hochzeit zieht Gustav Eberhard mit seiner Frau wieder nach Neu Hannover. Dort, in dem kleinen Dorf in der Provinz Kwazulu Natal, ist er als Arzt und Apotheker für die evangelische Mission tätig. Sechs Söhne werden in Neu Hannover geboren. 1902 stirbt Gustav Eberhard in Bethel bei Bielefeld; nachdem er fast 45 Jahre seines Lebens in den Dienst der Mission gestellt hat.
Wann das auffällige Grabmal für seinen Vater August, den Dorfschullehrer in Breuna, errichtet wurde, ist unbekannt. Es zeugt aber von einer Eigenschaft, die allen Eberhards bis heute eigen ist, die Liebe zur Heimat und zur Familie.
(Stefan Eberhard)
 
 
5
Mitglieder des Frankfurter Patrizitats
Mitglieder des Frankfurter Patrizitats
Mitglieder des Frankfurter Patrizitats

Mit dem Begriff „Patriziat“ bezeichnet man die Ratsfamilien vom Spätmittelalter bis 1806. In Frankfurt stehen für diese Patrizierfamilien viele bekannte Namen. Diese einflussreichen Familien bestimmten das politische und wirtschaftliche Leben der Stadt. Sie vereinigten sich in den Gesellschaften „Zum Frauenstein“ und „Alten Limpurg (Zum Römer)“.


In der Genealogie der Familie Eberhard finden sich folgende Familien des Frankfurter Patriziats:

Comes: Johann Comes (Comens) aus Neumagen bei Bernkastel, Seidensticker und Kaufmann – Aufnahme ins Haus Frauenstein 1439

Uffsteiner (Spezereihändler und Stadtschreiber) Aufnahme ins Haus Frauenstein 1439 mit Nikolaus Uffsteiner, spätere Familienmitglieder im Haus Alten Limpurg.

Schott, Aufnahme ins Haus Frauenstein 1467/68 mit Hans (Johann) Schott

Schnabel, Aufnahme ins Haus Frauenstein vor 1405